SCM Railway 2014

Supply Chain Kooperation zur Vermeidung von Lieferverzögerungen von Fernverkehrszügen

Supply Chain Kooperation zur Vermeidung von Lieferverzögerungen von Fernverkehrszügen

Maria Leenen, Alexander Herbermann, SCI Verkehr GmbH

Das auf Bahnmärkte spezialisierte Beratungsunternehmen SCI Verkehr hat vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen Lieferverzögerungen von Fernverkehrszügen in Europa analysiert. Seit 2000 wurde etwa die Hälfte aller bestellten Triebwagen für den Fernverkehr in Europa verspätet ausgeliefert. Im Schnitt musste ein Betreiber mit knapp 8 Monaten Verzögerung bei der Inbetriebnahme neuer Züge rechnen. Dabei wurde der alles verzerrende Extremfall AnsaldoBreda bereits ausgeklammert, dessen Züge mit einer Rekordverspätung von über vier Jahren den Fahrgastbetrieb aufnahmen. Die Gründe für Verzögerungen sieht SCI Verkehr insbesondere in zu kurzen Lieferzeiten für neu entwickelte Züge und fehlender Planungssicherheit während der Entwicklung und Produktion. Offenbar reichten die vereinbarten Lieferzeiten noch nicht aus, um die sehr anspruchsvollen und langwierigen Zulassungsverfahren zu durchlaufen. Nur in Einzelfällen beobachtete SCI Verkehr auch bedeutendere konstruktive Schwierigkeiten der Hersteller.

Benchmark Automobilindustrie: Global Sourcing erfolgreich umsetzen

Benchmark Automobilindustrie: Global Sourcing erfolgreich umsetzen

Dr. Marcus Schüller, Dr. Sylvia Trage, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Die weiterhin zunehmende Globalisierung führt zu einer zunehmenden Errichtung von Produktionskapazitäten in erfolgsversprechenden Absatzmärkten, wie die BRIC-Staaten oder Regionen wie Osteuropa. Weitere Emerging Markets wie Indonesien, Thailand, Malaysia und Vietnam folgen. Obwohl das Thema Global Sourcing eigentlich schon lange auf der To-do-Liste strategischer Einkaufsabteilungen steht, ist in vielen Unternehmen das Potenzial von globalen Beschaffungsmärkten noch nicht vollständig ausgeschöpft. Für die erfolgreiche Anwendung von Global Sourcing ist sowohl ein klar strukturierter Prozess notwendig als auch eine geeignete Einkaufsorganisation, die solche globalen Beschaffungsaktivitäten nachhaltig unterstützt. Von Bedeutung ist, dass leistungsfähige Einkaufsabteilungen, die heute vielfach auf der ganzen Welt verteilt sind, Bestandteile globaler Wertschöpfungs- und Liefernetzwerke werden, um somit den Unternehmenserfolg langfristig zu unterstützen.

Integriertes Transportmanagement mit SupplyOn

Integriertes Transportmanagement mit SupplyOn

Frank Siebenmorgen, Karin Kuss, SupplyOn AG

Im Transportmanagement liegt ein enormes Einsparpoten­zial, das durch eine intelligente Verzahnung von Bedarfs­ und Transportdaten gehoben werden kann. Diese Integration ist in vielen Unternehmen nicht realisiert. Die Daten befinden sich vielmehr in den Systemen der am Prozess beteilig­ten Unternehmen und können nicht miteinander abgeglichen werden. Die SupplyOn Kollaborationsplattform ermöglicht eine intelligente Transportdisposition, auf deren Basis Transporte unter Kosten­ und Ressourcenaspekten optimal durchgeführt und folgende betriebswirtschaftliche Effekte erzielt werden können:

  • Integration von Auftragsprozess und Transportprozess

  • Konsolidierung von Bedarfen, Sendungen und Transporten

  • Vereinfachung der Frachtrechnungsprüfung

  • verursachergerechte Zuordnung der Frachtkosten

  • Schaffen einer Grundlage für den Aufbau eines Supply ChainControl Towers

Schienenverkehr bleibt durch Einsatz innovativer Technologien Umweltprimus

Schienenverkehr bleibt durch Einsatz innovativer Technologien Umweltprimus

Prof. Dr. Ronald Pörner, Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V.

Jüngste Studien belegen, dass der Schienenverkehr weiter der mit Abstand umwelt- und klimafreundlichste Verkehrsträger ist. Auch auf dem Weg einer weiteren Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und der ausgestoßenen Emissionen machen Züge und Bahnen nachweislich größere Fortschritte als die übrigen Verkehrsträger. Die EU-Kommission hat die Vorreiterrolle, die der Eisenbahnsektor beim umweltschonenden Verkehr einnimmt, im Jahr 2011 zum Anlass genommen, in ihrem „Weißbuch Verkehr“ dem Schienenverkehr eine Schlüsselrolle für den Verkehr der Zukunft einzuräumen. Um diese tragende Rolle übernehmen zu können, muss der Schienenverkehr jedoch aus den Fesseln einer vielfältigen wettbewerbspolitischen Benachteiligung befreit und mehr als bisher gefördert werden, zum Beispiel auch ordnungspolitisch, um künftig mehr Verkehr über die umweltfreundliche Schiene lenken zu können. Derweil sind die weltweit führenden Bahntechnikhersteller in Deutschland nicht untätig: Sie arbeiten weiter konzentriert an weiteren technologischen Verbesserungen am Gesamtsystem Bahn – unter anderem mit dem Ziel „zero emission“ bis zum Jahr 2050.

Innovationskultur fürs Geschäft: Zur Rolle der Beschaffung im Unternehmen

Innovationskultur fürs Geschäft: Zur Rolle der Beschaffung im Unternehmen

Jörg Manegold, Deutsche Bahn AG

Der Eisenbahnsektor ist geprägt von einer gewissen Innovationsscheu. Dies betrifft sowohl die Bahnbetreiber bei der Beschaffung innovativer Produkte, als auch die Lieferanten bei der Entwicklung neuer Produkte. Die Ursachen hierfür sind sehr vielfältig. Es steht jedoch außer Frage, dass es der Deutschen Bahn gelingen muss – um auch zukünftig erfolgreich zu sein –, innovative Produkte mehr in den Fokus der Betrachtung zu stellen. Die Etablierung der Beschaffung als „Change-Agent“ kann dabei unterstützen. Kernaufgabe ist es, die „internen“ Anforderungen der Bedarfsträger am Markt zu platzieren. Außerdem ist es wichtig, Ideen und Potenziale des „externen“ Lieferantenmarktes aufzunehmen und an die Bedarfsträger weiterzugeben. Damit dieser Ideentransfer gelingt, ist eine kontinuierliche und systematische Weiterentwicklung der Kernaufgaben der strategischen Beschaffung essenziell.

Optimierung des taktisch-operativen Zugmanagements in Bahnanlagen

Optimierung des taktisch-operativen Zugmanagements in Bahnanlagen

Prof. Dr. Martin Josef Geiger, Sandra Huber, Dr. Sebastian Langton, Marius Leschik, Christian Lindorf, Prof. Dr. Ulrich Tüshaus, Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg

Infrastrukturelle Erweiterungen existierender Bahnanlagen sind mit typischerweise hohen Investitionskosten verbunden. Demgegenüber stellen moderne Methoden der Mathematischen Optimierung eine vergleichsweise budgetschonende Alternative zur Verbesserung des laufenden Zugbetriebs dar. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit derartigen neueren Ansätzen. Konkret untersuchen wir das im Rahmen des EURO/ROADEF Challenge 2014 vorgestellte Planungsproblem der französischen Bahn SNCF. In dessen Kontext sind Zugkonvois auf Abfahrten zuzuordnen, und ein detaillierter Ablaufplan ist zu erstellen. […]

Public Customer Attractiveness: Ist die öffentliche Hand ein attraktiver Auftraggeber?

Public Customer Attractiveness: Ist die öffentliche Hand ein attraktiver Auftraggeber?

Prof. Dr. Michael Eßig, Dr. Markus Amann, Universität der Bundeswehr München

Öffentliche Auftraggeber, wie z. B. in Teilen die Deutsche Bahn AG, verzeichnen bei öffentlichen Vergaben (national und europaweit) nachweislich eine geringe Zahl eingehender Angebote. Eine im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführte Studie ergab einen europaweiten Schnitt von 5,4 Angeboten je öffentlicher Ausschreibung. Die diesem Beitrag zugrunde liegende Befragung von 179 Lieferanten der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft zeigt, dass sich Angebote für die öffentliche Hand und Angebote für die Privatwirtschaft preislich nicht unterscheiden.

Hingegen beklagen potenzielle Lieferanten v. a. hohe Zusatzkosten für die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen und im Vergleich zum Aufwand zu niedrige Erlöse bzw. Erlöschancen. […]

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